Inhalt der Seite
Neues von den Tieren in Schönbrunn!
Im Tiergarten Schönbrunn ist immer was los. Wir zeigen dir die coolsten Neuigkeiten!


© Fotos: Tiergarten Schönbrunn/Daniel Zupanc

Grosse Freude über Orang-Utan-Nachwuchs

Lange ersehnt, endlich da: Im Tiergarten Schönbrunn ist gestern um 13:30 Uhr vor den Augen der Besucherinnen und Besucher ein Orang-Utan-Jungtier zur Welt gekommen. Fast 20 Jahre liegt die letzte erfolgreiche Nachzucht bei den Orang-Utans zurück. Die Freude beim Tiergarten-Team ist groß. „Für die 13-jährige Sari, die im Jahr 2020 aus dem Zoo Dublin zu uns gekommen ist, ist es das erste Jungtier. Sie kümmert sich fürsorglich um ihr Kleines, das den Großteil des Tages schlafend in ihren Armen verbringt“, berichtet der zuständige zoologische Kurator Folko Balfanz.
Nun heißt es Daumen drücken, dass sich der Nachwuchs gut entwickelt. Denn natürlich ist die erste Aufzucht immer mit einer gewissen Unsicherheit verbunden. Ob das Jungtier ein Weibchen oder ein Männchen ist, wird man im Laufe der nächsten Tage erkennen. Vater ist das einzige Männchen der Gruppe: Vladimir. Trotz seines hohen Alters von 48 Jahren ist er, was die Fortpflanzung betrifft, noch aktiv. Balfanz: „Vladimir und auch der Rest der Gruppe zeigen sich am jüngsten Zuwachs interessiert. Bei den Orang-Utans kümmern sich die Mütter aber ganz allein um ihren Nachwuchs.“

Orang-Utans stehen aufgrund der Zerstörung ihres Lebensraumes auf den Inseln Borneo und Sumatra vor der Ausrottung. „Wir haben in den letzten Jahren die Orang-Utan-Anlage stetig modernisiert, um sie für unsere Tiere noch naturnaher zu gestalten. Mit dem Einzug der beiden Weibchen Sari und Surya vor etwa zwei Jahren ist eine toll funktionierende soziale Gruppe entstanden. Wir freuen uns sehr, dass all diese Bemühungen jetzt mit dem Nachwuchs Früchte tragen“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.


Zebrafohlen im Tiergarten Schönbrunn zur Welt gekommen

Anfang Juni erblickte im Tiergarten Schönbrunn ein Burchell-Zebra das Licht der Welt. Das Hengstfohlen wiegt rund 30 Kilogramm und wird etwa acht Monate lang von seiner Mutter gesäugt. „Die Geburt geht bei Zebras meist sehr schnell, nach etwa einer Viertelstunde ist es vorbei. Bei unserem aktuellen Nachwuchs ist alles sehr gut verlaufen und das Jungtier ist wohlauf. Es erkundet mittlerweile die Anlage und knabbert mit dem Rest der Herde schon ab und zu am Heu. Alles aber immer noch in der Nähe seiner Mutter“, berichtet Tierpfleger Gregor Hirsch.
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Burchell-Zebras ist die afrikanische Savanne südlich der Sahara. Bekannt sind die Tiere vor allem für ihr auffälliges Streifenmuster. „Das Burchell-Zebra hat in Wien Tradition. Seit über 80 Jahren zählt diese Tierart zum fixen Tierbestand im Tiergarten Schönbrunn. Typisches Merkmal der Burchell-Zebras sind die helleren „Schattenstreifen“ zwischen den charakteristischen schwarzen Streifen. Jedes Zebra hat eine individuelle Zeichnung, Mitglieder einer Familie erkennen sich gegenseitig hauptsächlich am Geruch“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.


Vierfacher Nachwuchs bei den Arktischen Wölfen

Nach sieben Jahren Pause darf sich der Tiergarten Schönbrunn wieder über eine erfolgreiche Nachzucht bei den Arktischen Wölfen freuen. Ende April sind vier Jungtiere in einer tief gelegenen Erdhöhle zur Welt gekommen und wurden dort von ihrer Mutter in der ersten Zeit großgezogen. „Anfangs haben Wolfswelpen die Augen noch geschlossen und sind völlig hilflos. Sie brauchen den Schutz der Höhle und die Fürsorge der Mutter. Mittlerweile kann man die vier Kleinen schon häufig beim Spielen, Trinken und Erkunden beobachten. Außerdem sammeln sie erste soziale Erfahrungen mit dem Rudel“, berichtet Tierpfleger Paul Wagner. In den Bau ziehen sie sich nur noch selten zum Schlafen zurück. Etwa drei Monate lang werden Wolfswelpen gesäugt. Nach und nach beginnen sie auch Fleisch zu fressen.
Der Nachwuchs ist der erste des aktuellen Schönbrunner Wolfsrudels. „Das Weibchen ist 2017 aus dem Knuthenborg Safaripark in Dänemark zu uns gekommen, die beiden Männchen im Vorjahr aus dem Safaripark Monde Sauvage in Belgien. Der Zuchterfolg bestätigt, dass die Zusammensetzung des Rudels passt“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Der Arktische Wolf bewohnt die nördlichen Regionen Nord-Amerikas und Grönlands. „Die braun gefärbten Jungtiere sind in den Erdhöhlen für Feinde schwer zu entdecken. Später macht sie das strahlend weiße Fell in ihrer schneebedeckten Heimat für Beutetiere nahezu unsichtbar.“


Freude über Felsenpinguin-Küken

In den letzten Frühlingswochen sind insgesamt sechs Felsenpinguin-Küken geschlüpft. Sehen kann man den Nachwuchs mittlerweile im „Kindergarten“ des Polariums. Zweimal am Tag werden die Jungvögel mit Fisch gefüttert und ihr Gewicht wird laufend kontrolliert. Bis zu 20 kleine Heringe und Sprotten verdrückt jedes Küken pro Tag. „Sie bringen schon rund eineinhalb Kilogramm auf die Waage. Ihre Gewichtszunahme wird durch unsere Pflegerinnen und Pfleger sichergestellt, damit sich die Jungtiere gesund entwickeln können. Noch tragen die Küken ein Dunenkleid, das nicht wasserabweisend ist. Deshalb hat ihr Gehege auch keinen Zugang zum Wasserbecken. Erst wenn sie die erste Mauser hinter sich haben, werden Schwimmversuche gewagt. Dann kommen sie wieder zur Gruppe zurück, denn auch in der Wildbahn leben sie in großen Brutkolonien zusammen“, berichtet Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.
Der Nördliche Felsenpinguin ist in seiner Heimat im südlichen Atlantik aufgrund von Überfischung und Umweltverschmutzung stark gefährdet – auch der Klimawandel macht ihm schwer zu schaffen. Daher ist der Felsenpinguin Teil eines Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP), das seit 2015 vom Tiergarten Schönbrunn koordiniert wird. „In Europa ist die rund 55 cm große Pinguinart mit den markanten gelben Federbüscheln am Kopf nur in sehr wenigen Zoos zu finden. Als Koordinator des EEPs verfolgen wir die Entwicklung aller rund 140 Felsenpinguine europaweit. Von uns werden ebenso Zuchtgruppen für andere Zoos zusammengestellt, unsere Erfahrung in Haltung und Zucht geben wir dabei immer gerne weiter. Kein anderer Zoo in Europa züchtet Felsenpinguine so erfolgreich wie wir“, so Sabine Frühwirth, Zoologische Assistentin und EEP-Koordinatorin für Nördliche Felsenpinguine.


Wasserschwein-Quartett im Tiergarten Schönbrunn geboren

Vor rund zwei Wochen wurden im Tiergarten Schönbrunn vier Wasserschweine geboren. Für die beiden Elterntiere ist es der erste gemeinsame Nachwuchs. „Den Tag verbringen die jungen Wasserschweine noch hauptsächlich mit Schlafen und Milch trinken – sie fressen aber auch schon etwas Gras. Sie sind Nestflüchter, das bedeutet, die Jungtiere sind bereits bei der Geburt so weit entwickelt, dass sie den Eltern selbstständig nachfolgen können. Vor allem genießen sie das warme Wetter und wagen sich ab und zu auch schon gemeinsam mit den erwachsenen Tieren zum Baden ins Wasser“, berichtet Tierpfleger Alexander Keller.
Wasserschweine, auch Capybaras genannt, sind mit einer Schulterhöhe von bis zu 50 cm die größten lebenden Nagetiere und gehören zur Familie der Meerschweinchen. Wie der Name bereits verrät, halten sie sich gerne im Wasser auf. Sie besitzen zwischen den Zehen kurze Schwimmhäute und können minutenlang tauchen. „Heimisch sind Wasserschweine in Südamerika, daher bewohnen sie gemeinsam mit Ameisenbär, Vikunja, Seriema und Nandu unseren Südamerikapark. Die Anlage ist landschaftlich einer Pampa nachempfunden. Durchzogen von Hügeln, Bächen und Teichen bietet sie den Tieren viel Abwechslung und unseren Besuchern tolle Perspektiven“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.


Bartgeier-Jungvogel in Spanien wiederangesiedelt

Mitte Mai wurde in Zusammenarbeit mit der Vulture Conservation Foundation erneut ein Bartgeier aus dem Tiergarten Schönbrunn erfolgreich in der Wildbahn wiederangesiedelt – diesmal im spanischen Maestrazgo, nördlich von Valencia. Der Jungvogel war Anfang des Jahres in der Greifvogelstation Haringsee in Niederösterreich geschlüpft, aufgezogen wurde das Küken von dem bereits erfahrenen Bartgeier-Pärchen im Tiergarten Schönbrunn. „Unsere beiden Vögel waren immer sehr fürsorgliche und liebevolle Eltern, für eigenen Nachwuchs sind sie aber mittlerweile zu alt. Daher wurden sie vom Zuchtnetzwerk als ideale Ammeneltern für das Bartgeier-Küken ausgewählt. Die beiden haben es sofort angenommen und sich vorbildlich darum gekümmert. Inzwischen war der Jungvogel nahezu ausgewachsen und somit bereit, in der Natur wiederangesiedelt zu werden,“ berichtet Tierpflegerin Sonja Sladky.
Der majestätische Bartgeier war einst in fast allen Gebirgen Südeuropas und auch in den österreichischen Alpen zuhause – er galt als größter heimischer Greifvogel. Seinen Namen verdankt er den langen, schwarzen, borstenartigen Federn an seinem Schnabel. Sein Brust- und Bauchgefieder ist grundsätzlich weiß. Die rotbraune Gefiederfärbung entsteht durch das Baden in eisenoxydhaltiger, feuchter Erde. Obwohl der Bartgeier ein harmloser Aasfresser ist, wurde er vom Menschen zum Schutz von Weidevieh verfolgt und beinahe ausgerottet. „Seit 1986 gibt es ein erfolgreiches Artenschutzprojekt zur Wiederansiedlung des Bartgeiers im Alpenraum, an dem sich auch der Tiergarten Schönbrunn seit vielen Jahren aktiv beteiligt. Zusammen konnten wir bereits rund 200 junge Bartgeier aus Zoos und Zuchtstationen in Österreich, Frankreich, Italien und der Schweiz auswildern, die ihrerseits wieder für Nachwuchs sorgten“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.


Weltbienentag: Wildbienen im Tiergarten Schönbrunn

Im Tiergarten Schönbrunn leben nicht nur exotische Arten wie Panda und Co., auch heimische Tiere wie Bienen fühlen sich hier zuhause. Sylvia Wanzenböck vom Naturhistorischen Museum Wien hat im Rahmen einer vom Tiergarten in Auftrag gegebenen ersten Erhebung belegt, dass im Tiergarten Schönbrunn 86 zum Teil seltene Wildbienenarten leben – darunter beispielsweise Große Holzbienen, Goldglänzende Furchenbienen und Zaunrüben-Sandbienen. „Das ist kein Zufall. Beim Bau neuer Anlagen und bei der Gartengestaltung legen wir viel Wert darauf, wertvolle Lebensräume für unsere heimischen Tierarten zu schaffen und zu erhalten. So leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt direkt vor unserer Haustür“, erklärt Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck anlässlich des Weltbienentages am 20. Mai.
„Mehr als die Hälfte der heimischen Blütenpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen, der größte Teil dieser Arbeit wird von Bienen geleistet. Manche Pflanzenarten können z.B. nur von einer bestimmten Wildbienenart bestäubt werden. Kommt diese in einem Lebensraum nicht vor, hat auch die Pflanze wenig Überlebenschancen. Die oft kleinen und unscheinbaren Verwandten der Honigbiene sind also unersetzlich für unser Ökosystem“, so die wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Forschung und Artenschutz, Iris Starnberger. Neben den Wildbienen gibt es im Tiergarten Schönbrunn auch noch das Bienenhaus am Weg zum Tirolerhof. Dort können Besucherinnen und Besucher das emsige Treiben von rund 100.000 Honigbienen aus nächster Nähe beobachten und viel über einen Bienenstaat lernen. Die Bienenvölker im Bienenhaus werden von Bioimker Ron Richter betreut.


Seltene Mhorrgazelle erfolgreich nachgezüchtet

Im April durfte sich der Tiergarten Schönbrunn nicht nur über ein, sondern gleich über zwei Jungtiere bei den extrem seltenen Mhorrgazellen freuen. „Meistens liegen die beiden Kleinen gemütlich im Gras und sonnen sich. Mittlerweile werden sie immer neugieriger und erkunden ihre Umgebung. Die nach hinten geschwungenen Hörner bekommen sie erst im Laufe des ersten Lebensjahres“, berichtet der zuständige zoologische Kurator Folko Balfanz. Mhorrgazellen verdanken ihren Namen ihrer rotbraunen Färbung – "mhorr" bedeutet auf Arabisch "Fohlen" – , da sie dank ihrer Rückenfärbung den Fohlen der arabischen Pferde ähnlich sehen. Sie leben in kleinen Gruppen, angeführt wird jede Herde von einem dominanten Männchen.
Mhorrgazellen sind im nordwestlichen Afrika heimisch. Ihr Bestand wurde allerdings stark dezimiert und so leben heute nur noch wenige hundert Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum. Die Ursachen dafür sind der Verlust von natürlichen Weideflächen in der afrikanischen Savanne, die unkontrollierte Jagd und die Wilderei. In den 1980er Jahren galt die Mhorrgazelle in der Wildbahn bereits als ausgerottet. Glücklicherweise wurden rechtzeitig einige Tiere in Zuchtstationen und zoologische Einrichtungen gebracht. „Im Rahmen eines Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP) wurde die Tierart seither in einigen wenigen Zoos wie dem Tiergarten Schönbrunn erfolgreich nachgezüchtet. Einige Nachzuchttiere konnten bereits im ursprünglichen Verbreitungsraum in geschützten Gebieten wiederangesiedelt werden – eine weitere Erfolgsgeschichte unserer gemeinsamen Arbeit “, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.


Eine beflügelte Liebesgeschichte

Im Tiergarten Schönbrunn ist eine männliche Rotspiegelamazone aus dem Loro Parque auf Teneriffa eingezogen. Dieser Vogel ist das letzte Männchen seiner Art in einem europäischen Zoologischen Garten. In Schönbrunn lebt eines der letzten Weibchen. Rechtzeitig zur Paarungszeit hat die Fluglinie Austrian Airlines den Transport nach Wien ermöglicht, um die beiden seltenen Vögel zusammenzubringen – eine beflügelte Liebesgeschichte. „Wir sind sehr froh, dass der empfindliche Vogel den Flug so gut überstanden hat. Jetzt sind die beiden gerade dabei, sich in Ruhe aneinander zu gewöhnen. Für Besucher sind sie seit dieser Woche in der Anlage neben den Keas zu sehen“, berichtet Kuratorin Simone Haderthauer.
Rotspiegelamazonen kommen ausschließlich in zwei kleinen natürlichen Verbreitungsgebieten auf der Insel Jamaika vor. Untypisch für Amazonen sind sie sehr zurückhaltende Vögel und haben einen eher sanften Charakter. Ihren Namen verdanken sie den roten Federn im Bereich der Handschwingen. „Wie viele Amazonenarten sind auch die Rotspiegelamazonen in ihrer Heimat stark gefährdet. Hauptursache dafür ist der illegale Tierhandel sowie die Lebensraumzerstörung, unter anderem durch Abholzung der Wälder. Wir freuen uns daher sehr, dass wir diese beiden Individuen zusammenbringen konnten, und hoffen jetzt auf Nachzuchten“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.


Meerschweinchen zurück im Heimtierpark

Da die Temperaturen endlich steigen, dürfen auch die Meerschweinchen zurück in den Heimtierpark. Den Winter haben sie kältebedingt backstage verbracht, jetzt sind die kleinen Nager wieder draußen neben dem Abenteuerspielplatz für Besucherinnen und Besucher zu sehen. Meerschweinchen sind sehr gesellige und lebhafte Tiere. Sie stammen ursprünglich aus den Anden in Südamerika. „Bei uns im Tiergarten Schönbrunn lebt eine Gruppe von insgesamt acht Meerschweinchen mit verschiedenen Fellfarben und Fellarten. Sie sind reine Pflanzenfresser und nehmen rund um die Uhr kleine Mahlzeiten zu sich, am liebsten Heu, Gräser und Blätter. Zwischendurch bekommen sie aber auch Gemüse wie Paprika und Karotten. Vor allem Kinder sind fasziniert, wenn sie bei uns Tiere wie Meerschweinchen entdecken, die sie bereits als Haustiere kennen“, so Tierpflegerin Nina Klammer.
Der Heimtierpark wurde im Jahr 2008 in Zusammenarbeit mit dem Verein "Tierschutz macht Schule" eröffnet. Neben Meerschweinchen leben hier auch Griechische Landschildkröten, Bartagamen, Wellensittiche und Tauben. Der Heimtierpark zeigt anschaulich, wie Heim- bzw. Haustiere gemäß ihren Bedürfnissen richtig gehalten werden. „Eine gute Tierhaltung setzt viel Wissen voraus. Zum Beispiel brauchen Meerschweinchen unter anderem Artgenossen, Rückzugsmöglichkeiten und Zweige zum Nagen. Der Verein ‚Tierschutz macht Schule‘ hat viele Materialien zum besseren Verständnis von Heimtieren und Co. für Kinder und Erwachsene erstellt“, erklärt Lea Mirwald, Geschäftsführerin von „Tierschutz macht Schule“. Für Schulklassen werden im Tiergarten Schönbrunn Workshops zur richtigen Heimtierhaltung angeboten.


Nachwuchs auf der Affeninsel

Auf der Affeninsel im Tiergarten Schönbrunn gibt es Nachwuchs. Vor rund zwei Wochen hat ein Katta-Jungtier das Licht der Welt erblickt. „Etwa ein halbes Jahr lang wird es von seiner Mutter gesäugt und auf ihrem Rücken getragen. Unterstützung bekommt sie bei der Betreuung von den anderen Weibchen der mittlerweile 7-köpfigen Gruppe. Die Männchen sind an der Aufzucht der Jungtiere nicht beteiligt. Bei den geselligen Lemuren herrscht nämlich ein Matriarchat – die Weibchen haben das Sagen“, erklärt der zuständige Tierpfleger Nicolas Carbon.
Kattas sind ausschließlich auf der Insel Madagaskar heimisch und stehen als „gefährdet“ auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation (IUCN). Ihr Bestand ist in den vergangenen 25 Jahren um ein Viertel geschrumpft. „Verantwortlich dafür ist wie so oft leider der Mensch. Durch die Rodung großer Waldflächen, hauptsächlich um Viehweiden zu schaffen, verlieren die Tiere ihren natürlichen Lebensraum. In der Wildbahn werden Kattas daher nur durchschnittlich 15 Jahre alt, in Zoos hingegen oft bis zu 30 Jahre“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.


Koala-Mädchen wird erwachsen

Am 21. April feiert Besucherliebling Millaa Millaa bereits ihren zweiten Geburtstag. Ihre Geburt war eine besondere Sensation, denn sie ist der erste Koala-Nachwuchs im Tiergarten Schönbrunn. Mittlerweile hat sie sich prächtig entwickelt und ist – bezogen auf ihre Körpergröße – kaum mehr von ihrer Mutter zu unterscheiden. „Seit 2002 halten wir im Tiergarten Schönbrunn Koalas. Sie zu züchten, ist allerdings sehr schwierig. Daher haben wir uns besonders über diesen Erfolg gefreut“, so die zoologische Abteilungsleiterin Eveline Dungl. Koala-Jungtiere sind schon mit einem Jahr selbstständig, ab etwa drei bis vier Jahren werden sie geschlechtsreif.
Aktuell wird für Millaa Millaa ein neuer Platz in einem anderen Zoo gesucht. „Koalas sind wie viele andere Tiere im Tiergarten Schönbrunn Teil eines Erhaltungszuchtprogramms. Hier gibt ein Zuchtbuchkoordinator Empfehlungen über Pärchen- oder Gruppenzusammenstellungen ab, um die Population in Menschenobhut genetisch gesund zu halten“, berichtet Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Millaa Millaa wird demnach vermutlich noch dieses Jahr auf die Reise in ihr neues Zuhause gehen. „Bis es soweit ist, haben die Besucherinnen und Besucher allerdings noch genug Zeit, das Koala-Mädchen im Tiergarten Schönbrunn zu besuchen“, so Hering-Hagenbeck.


Ostern im Tiergarten Schönbrunn

Rechtzeitig zu Ostern können im Tiergarten wieder Küken beim Schlüpfen und Aufwachsen beobachtet werden. In der Küken-Aufzucht am Tirolerhof erfährt man Spannendes über Ei, Küken und die bedrohten Sulmtaler Hühner, die hier leben. „Direkt nach dem Schlüpfen sind die Küken noch nass und erschöpft und brauchen viel Wärme. Anfangs schlafen sie sehr viel, nach drei Tagen erkunden sie schon ihre Umgebung. Als sogenannte Nestflüchter können sie allerdings bereits sehen, hören, laufen und selbstständig fressen. Im Alter von etwa zehn Tagen bekommen sie die ersten richtigen Federn", erklärt Tierpflegerin Cornelia Friedl.
Wer noch auf der Suche nach einem Ostergeschenk ist, dem empfiehlt der Tiergarten Schönbrunn ein Geschenk der besonderen Art: eine Tierpatenschaft, beispielsweise für die aufgeweckten Hauskaninchen oder die Sulmtaler Hühner. „Mit einer Patenschaftsurkunde im Osternest bereitet man viel Freude und unterstützt gleichzeitig die zoologische Arbeit des Tiergartens, wichtige Artenschutzprojekte und die hohe Qualität der Tierhaltung in Schönbrunn“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Bis inklusive heute, 14. April, gibt es im Tiergarten Schönbrunn noch die Osterwerkstatt, wo Kinder Osterschmuck und kleine Geschenke für zu Hause basteln können.


Neue Waldrapp-Küken im Tiergarten eingezogen

Mit April 2022 sind 32 Waldrapp-Küken aus dem Tierpark Rosegg in Kärnten in den Tiergarten Schönbrunn übersiedelt. Die kleinen Waldrappe, darunter Peppino, Pinella und Werner, werden von den beiden Ziehmüttern Helena Wehner und Lisa Kern neben der Waldrapp-Voliere mit der Hand aufgezogen. Die Besucherinnen und Besucher können ihnen dabei zusehen und sich im Infozelt über das Projekt informieren. „Die begleitete Aufzucht erfordert großen Einsatz, denn die Küken müssen täglich zwischen 7.00 Uhr morgens und 21.00 Uhr nachts regelmäßig gefüttert werden. Wir beschäftigen uns auch zwischen den Fütterungen so viel wie möglich mit den Jungvögeln. So bauen wir eine enge Beziehung zu den Küken auf und sie werden auf uns als Bezugspersonen geprägt. Das ist entscheidend, damit sie uns später folgen“, erklärt Helena Wehner, die bereits zum dritten Mal Waldrapp-Ziehmutter ist.
Wenn der älteste Jungvogel etwa 35 Tage alt ist, werden die faszinierenden Vögel zum Flugtraining an den Bodensee gebracht, wo später auch ihr Brutgebiet sein wird. Im August fliegen die Ziehmütter in Ultraleicht-Fluggeräten mit ihren Schützlingen in ihr Winterquartier in der Toskana. Wenn sie in 2-3 Jahren erwachsen sind, finden die Vögel alleine den Weg zurück in ihr Brutgebiet. „Der Waldrapp wurde vor rund 400 Jahren in Europa ausgerottet. Seine Wiederansiedlung zählt zu den spannendsten Artenschutzprojekten schlechthin. Der Tiergarten Schönbrunn ist seit mittlerweile 20 Jahren an der Rettung dieser stark gefährdeten Vogelart beteiligt und hat Anfang 2022 die Leitung eines EU geförderten LIFE Projekts übernommen“, so Projektadministrator Bernhard Gönner. Mittlerweile leben wieder rund 200 Waldrappe in Mitteleuropa. Ziel ist, die Population zu vergrößern, damit diese Tierart künftig wieder eigenständig überleben kann.


Frühlingsstimmung im Tiergarten Schönbrunn

Nicht nur wir Menschen haben den Frühling schon sehnsüchtig erwartet – auch die Tiere genießen nach dem langen Winter die ersten Sonnenstrahlen im Freien. Das prächtige Gefieder der Roten Flamingos leuchtet in der Sonne, während sie in ihrer Außenanlage ausgiebig im Wasser baden und nach Kleinkrebsen fischen. Die aufgeweckten Schwarzschwanz Präriehunde werden nach ihrer Winterruhe von dem guten Wetter wieder aus ihren unterirdischen Bauten hervorgelockt. Auf der Affeninsel lassen sich die Kattas und Roten Varis, die sich seit letztem Jahr eine gemeinsame Anlage teilen, die lang ersehnten Sonnenstrahlen auf den Bauch scheinen. „Pünktlich zum Frühlingsbeginn kommen endlich auch die warmen Temperaturen. Unsere Tiere sind auch schon ganz sonnenhungrig“, so Zoopädagogin Carmen Westenberg.
Das Frühlingswetter zieht auch die Orang-Utans hinaus in ihr Outdoor-Kletterparadies, das erst im Vorjahr erneuert wurde. Zu diesem Zweck wurde aus tonnenschweren Eichen und Robinien sowie rund 800 Metern Seil ein natürlicher Klettergarten geschaffen, damit sich die Orang-Utans auch draußen richtig austoben können. Inzwischen ist ein neues Bungeeseil dazugekommen und die Wackelstangen wurden neu positioniert. „Die ganze Gruppe genießt es, endlich wieder im Freien zu sein. Vor allem die beiden Weibchen Surya und Sari, die erst im Herbst 2020 zu uns gekommen sind, haben sich mittlerweile richtig gut eingelebt und viel Spaß beim Klettern in der Anlage. Aber auch unsere älteren Tiere Sol, Mota und Vladimir entspannen gerne an der frischen Luft. Am liebsten halten sich alle in den Netzen in den Baumkronen auf, von dort aus können sie am besten die Besucher und die Umgebung beobachten“, so die zuständige Tierpflegerin Sandra Keiblinger.


Starkes Giraffenmädchen hat einen starken Namen

Das Giraffenjungtier entwickelt sich dank der intensiven Betreuung des Tierpflegerteams weiterhin gut. Es erkundet interessiert seine Umgebung und flitzt durch den Giraffenpark. Hauptnahrungsmittel der Kleinen ist nach wie vor Holstein-Kuhmilch, zusätzlich knabbert sie aber auch schon Heu und Blätter, die für die Winterfütterung der Giraffen eingefroren wurden. „Unser Giraffenmädchen hat in den letzten Wochen wahre Willensstärke und Durchhaltevermögen bewiesen. Das Tierpflegerteam hat sich viele Gedanken gemacht, wie die Kleine heißen könnte. Schließlich hat man sich für den Namen "Amari" entschieden – was in der afrikanischen Sprache Yoruba so viel heißt wie "die Starke"“, berichtet die zuständige zoologische Abteilungsleiterin Eveline Dungl.
Die Giraffen-Gruppe findet sich mit der Situation immer besser zurecht und auch die Interaktionen zwischen dem Jungtier und Mutter Fleur nehmen zu. „Wir haben daher den Giraffenpark seit letzter Woche zeitweise geöffnet, damit sich die Herde langsam wieder an die Besucherinnen und Besucher gewöhnen kann. Mit etwas Glück kann man sogar einen Blick auf Amari werfen. Sie befindet sich allerdings großteils noch im hinteren Bereich der Anlage“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Die OBI Bau- & Heimwerkermärkte, langjährige Paten des Giraffen-Bullen Obi, überreichten als Zeichen der Unterstützung einen Spendenscheck. Trainings- und Beschäftigungsgegenstände für das starke Giraffenmädchen stehen unter anderem auf der Einkaufsliste.


Singende Botschafter für Welttag des Artenschutzes

„Pavarottis unter den Papageien“ werden die melodisch singenden Schwalbensittiche liebevoll genannt. Die leuchtend grünen Vögel sind ähnlich flinke Flieger wie Schwalben, daher stammt auch ihr Name. Mittlerweile sind Schwalbensittiche in ihrer Heimat Australien von der Ausrottung bedroht. Man geht aktuell von nur etwa 750 verbliebenen Individuen in der Wildbahn aus. Experten befürchten, dass der Schwalbensittich innerhalb der nächsten 10 Jahre aussterben wird. „Der Tiergarten Schönbrunn hat bereits 2019 eine neue Voliere für Schwalbensittiche eröffnet und beteiligt sich an einem koordinierten Zuchtprogramm. Erfreulicherweise gibt es bei uns bereits mehr als 30 Nachzuchten“, so die zuständige zoologische Abteilungsleiterin Simone Haderthauer.
Natur- und Artenschutz ist eine der Hauptaufgaben zeitgemäßer, wissenschaftlich geführter Zoos wie dem Tiergarten Schönbrunn. „Der Tiergarten bietet über 700 zum Teil hochbedrohten Tierarten einen geschützten Lebensraum. Für viele von ihnen gibt es ein Erhaltungszuchtprogramm. Die Tiere sind Botschafter ihrer Verwandten in der Wildbahn und sollen das Bewusstsein der Besucherinnen und Besucher für Artenschutz schaffen“, betont Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck anlässlich des Welttages des Artenschutzes am 3. März. Neben der Erhaltungszucht beteiligt sich der Tiergarten Schönbrunn an diversen Natur- und Artenschutzprojekten in der Wildbahn und arbeitet eng mit Forschungseinrichtungen und NGOs wie Natur-, Tier- und Artenschutzorganisationen zusammen.


Zuchterfolg bei Zwergchamäleons

Vor etwa einem Jahr, Ende Jänner 2021, herrschte im Tiergarten Schönbrunn große Aufregung. Am Flughafen Schwechat wurden über 70 geschmuggelte, streng geschützte Chamäleons aus dem Usambara-Gebirge in Tansania beschlagnahmt. Darunter waren auch die stark gefährdeten Spitznasen-, Zweihorn- sowie Zwergchamäleons. Der Tiergarten Schönbrunn übernahm die Notversorgung der exotischen Tiere und brachte sie in speziellen Terrarien unter. „Chamäleons sind Einzelgänger und müssen daher auch einzeln gehalten und gefüttert werden, nur zur Paarung kommen sie zusammen. Die Pflege dieser anspruchsvollen Tiere ist für uns eine besondere Herausforderung, aber es zahlt sich aus“, so Revierleiterin Inez Walter. „Mittlerweile haben alle der seltenen Chamäleon-Arten Eier gelegt, von drei Arten sind die Jungtiere bereits geschlüpft.“
Bei den Nguru-Zwergchamäleons gab es im vergangenen Jahr sogar schon mehr als 80 Nachzuchten. Ausgewachsene Tiere sind nur knapp sechs Zentimeter groß - die winzigen Jungtiere messen gerade einmal einen Zentimeter plus einen halben Zentimeter Schwanz. „Das Nguru-Zwergchamäleon wird außer bei uns nur in einem weiteren Zoo weltweit gezüchtet. Wir sind daher besonders stolz, dass die Arbeit unseres Spezialisten-Teams mit diesen Zuchterfolgen so schnell belohnt wurde“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. „Wir hoffen, mit unseren Nachzuchten Reservepopulationen außerhalb des bedrohten natürlichen Lebensraumes aufbauen zu können, um damit der Ausrottung dieser Arten entgegenzuwirken.“ In der Wildbahn sind alle der geretteten Chamäleon-Arten aufgrund von Lebensraumzerstörung und Schmuggel gefährdet oder sogar von Ausrottung bedroht.


Giraffen-Mädchen rundum betreut

Seit einer Woche hat der Giraffenpark im Tiergarten Schönbrunn eine Bewohnerin mehr, ein kleines Giraffen-Mädchen. Fleur, die geburtsunerfahrene Mutter des Jungtieres, ist zwar deutlich entspannter als noch zu Beginn, das Pflegerteam ist aber weiterhin sehr gefordert. „Wir können Interaktionen wie sanftes Abschlecken des Jungtieres beobachten, Fleur säugt ihren Nachwuchs aber nicht“, erklärt die zuständige zoologische Abteilungsleiterin Eveline Dungl. „Wir füttern zu, das funktioniert mittlerweile zum Glück sehr gut. Dennoch ist der Zustand des Jungtieres noch nicht ganz stabil.“ Beim Zufüttern wird auf pasteurisierte Holstein-Kuhmilch gesetzt, die von einem österreichischen Landwirt aus Laab im Walde bezogen wird. Die Zusammensetzung kommt der Muttermilch von Giraffen sehr nahe. „Die erfahrene Giraffen-Dame Carla beruhigt Fleur und die Kleine zudem mit ihrem sicheren Auftreten“, so Dungl.
Das Messen der Körpertemperatur und Gewichtskontrollen werden regelmäßig durchgeführt. „Neben Standarduntersuchungen muss jetzt vor allem darauf geachtet werden, ob der Nachwuchs die Kuhmilch verträgt“, so Thomas Voracek, Leiter der tierärztlichen Ordination im Tiergarten Schönbrunn. „Momentan sehen wir als Tierarztteam unsere Hauptaufgabe in der Beratung der Pfleger bezüglich der Zusammensetzung der Milch, Abstände der Fütterungen und im Monitoring der Entwicklungsschritte des Jungtieres.“ Das kleine Giraffen-Mädchen wiegt mittlerweile rund 50 Kilogramm und dreht schon immer häufiger neugierig Runden in der Anlage. Ruhe ist für die Tiere und das Betreuerteam momentan vorrangig - der Giraffenpark bleibt daher vorerst weiterhin geschlossen.


Giraffen-Jungtier im Tiergarten Schönbrunn geboren

Im Tiergarten Schönbrunn ist am Sonntagnachmittag ein weibliches Giraffen-Jungtier zur Welt gekommen. Zur Freude mischte sich schnell auch große Sorge: Die erstgebärende Mutter Fleur lässt ihren Nachwuchs bis jetzt nur zögerlich trinken. „Die Geburt ist rasch und ohne Komplikationen verlaufen, was alles andere als selbstverständlich ist. Leider hält Fleur ihr Jungtier allerdings noch auf Distanz und säugt es nur sehr unregelmäßig“, erklärt die zuständige zoologische Abteilungsleiterin Eveline Dungl. „Für Fleur ist es der erste Nachwuchs. Bei unerfahrenen Müttern kommt es leider auch in der Wildbahn oft vor, dass sie mit der Aufzucht überfordert sind. Gerade bei Erstgebärenden gibt es leider nie eine Garantie, dass von Beginn an alles gut geht.“
Das vorrangige Ziel im Tiergarten Schönbrunn ist es, den Tieren eine natürliche Aufzucht durch die Elterntiere zu ermöglichen. Seit Sonntag wird die Giraffenherde rund um die Uhr vom Team beobachtet und ihr Verhalten analysiert. Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck: „Nach intensiven Beratungen mit all unseren Expertinnen und Experten haben wir uns dazu entschieden, das Jungtier im Sozialverband der Herde zu lassen und zuzufüttern. Gewisse Risiken sind natürlich auch dabei nicht auszuschließen. Solange das Jungtier noch nicht regelmäßig bei der Mutter trinken kann, ist das allerdings die erfolgversprechendste Lösung.“

Das weibliche, noch namenlose Giraffen-Jungtier war bei der Geburt rund 1,70 Meter groß. Der letzte Giraffen-Nachwuchs im Tiergarten liegt bereits knapp 10 Jahre zurück. Danach wurde der Giraffenpark umgebaut und 2017 mit den Netzgiraffen Fleur und Sofie neu eröffnet. 2019 zog Obi, der Vater des Jungtieres, ein. Wichtig ist jetzt, der jungen, unerfahrenen Herde viel Ruhe und Zeit zu geben. Die Tiere sollen sich an die neue Situation gewöhnen und diese wichtige Erfahrung gemeinsam machen können. Deshalb bleibt der Giraffenpark bis auf Weiteres geschlossen.


Schönbrunn im Einsatz für skurrilen Vogel

Vor 400 Jahren wurde der Waldrapp in Europa ausgerottet. Seine Wiederansiedlung zählt zu den spannendsten Artenschutzprojekten schlechthin. Nun übernimmt der Tiergarten Schönbrunn die Federführung in der Rettung dieser stark gefährdeten Vogelart. „Wir sind sehr stolz darauf, die Geschicke dieses erfolgreichen Projekts künftig lenken zu dürfen“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. „Reason for Hope“, übersetzt „Grund zur Hoffnung“, lautet das Motto des Projekts, das von der EU erneut im Rahmen ihres LIFE-Programmes gefördert wird. Viel wurde schon erreicht, viel ist noch geplant. „Mittlerweile leben wieder rund 150 Waldrappe in den Alpen. Ziel ist, die Population auf 357 Tiere zu vergrößern. Diese Anzahl ist laut Berechnungen nötig, damit die Tierart künftig wieder eigenständig überleben kann.“
In der Wildbahn sind seit Anfang 2021 36 Waldrappe geschlüpft. Um das Überleben der skurrilen Ibis-Art mit dem schwarzen Federschopf in Mitteleuropa zu sichern, müssen aber auch weiterhin Jungvögel aus Zoos ausgewildert werden. Waldrappe sind Zugvögel. Das macht ihre Wiederansiedlung zur Herausforderung. Ein Team aus menschlichen Ziehmüttern zieht die Küken auf, um sie per Ultraleichtflugzeug ins Winterquartier in der Toskana zu lotsen. Den Weg zurück finden die Vögel selbst. Einmal ausgewildert, lauern viele Gefahren, bei denen das Projekt weiter ansetzen will. Hering-Hagenbeck: „Wir wollen die Maßnahmen gegen Wilderei in Italien und zur Sicherung von Stromleitungen, die häufig zur Todesfalle werden, weiter ausbauen. Das schützt letztlich nicht nur den Waldrapp, sondern auch viele andere Vogelarten.“


Nadeliges Neujahrsgeschenk für Schönbrunner Elefanten

Ein Geschenk zur Frühstückszeit gab es heute für die Afrikanischen Elefanten im Tiergarten Schönbrunn: Christbaumzweige für die ganze Herde. Die Tanne aus dem Bundesforste-Forstbetrieb Steyrtal in Oberösterreich, die zuvor den Kultur- und Weihnachtsmarkt Schönbrunn zierte, wurde heute gefällt und an die fünfköpfige Elefantenherde übergeben. Diese hatte sichtlich Spaß mit der bereits traditionellen winterlichen Überraschung.

Elefantenkuh Numbi wagte sich als erste mutig an die duftende Tanne heran. Mit einem kleinen Ast flitzte sie zu Elefantenkuh Tonga und ihren Töchtern Mongu und Iqhwa zurück. Elefantenbulle Tembo stürzte sich dann kurz darauf in das holzige Abenteuer. Gemeinsam knabberten und zupften sie alle neugierig an Nadeln und Ästen und zogen das stachelige Gehölz durch die Anlage. „Der unbehandelte Baum dient den Elefanten vor allem als kreative Beschäftigung. Sie schaben die Rinde herunter und nutzen ihn beispielsweise auch als Kratzbaum. Eine willkommene Abwechslung für unsere Elefantenherde“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.
Für die planmäßige Übergabe des Christbaums sorgten Experten des Forstamtes der Stadt Wien. Bereits um 8 Uhr fällten sie die 18 Meter hohe und 150 Jahre alte Tanne am Ehrenhof vor dem Schloss Schönbrunn. In Stücke geteilt wurde das Nadelholz anschließend per LKW in den benachbarten Tiergarten transportiert.

Weihnachtsmarkt-Veranstalterin Gabriela Schmidle (MTS Wien) freut sich den Jahresbeginn mit dieser Tradition begehen zu können: „Die Übergabe des Christbaums an die Elefanten ist für mich zu einem liebgewonnenen Neujahrsbrauch geworden. Einen schöneren Abschluss könnte ich mir für den Kultur- und Weihnachtsmarkt Schloß Schönbrunn nicht vorstellen.“ Auch ÖBf-Vorstand Rudolf Freidhager zeigt sich über die nachhaltige Nutzung der zur Verfügung gestellten Tanne erfreut: „Der Weihnachtsbaum ist damit Augenweide und Gaumenschmaus in einem“. Seit 2008 recycelt Weihnachtsmarkt-Veranstalter MTS Wien den Christbaum auf diese Weise und verhilft damit den Elefanten im Tiergarten Schönbrunn zu einem verspäteten Weihnachtsgeschenk.


30 Neujahrsbabys auf einen Streich

Dieses Jahr darf sich der Tiergarten Schönbrunn nicht nur über eines, sondern gleich über 30 winzige Neujahrsbabys freuen: Es gibt Nachwuchs bei den La-Palma-Wüstenkärpflingen (Cyprinodon longidorsalis). Dieser blau schimmernde Fisch stammt ursprünglich aus einer Süßwasserquelle in Mexiko. Er gilt, genauso wie einige verwandte Arten, in der Natur als ausgerottet. „Im Tiergarten Schönbrunn züchten wir die maximal fünf Zentimeter großen Wüstenkärpflinge seit mittlerweile über zehn Jahren regelmäßig erfolgreich nach. Jetzt sind im Backstagebereich des Aquarien-Terrarienhauses erneut über 30 kleine Kärpflinge aus den Eiern geschlüpft – unsere Neujahrsbabys“, berichtet der zoologische Revierleiter Roland Halbauer. Eine besondere Freude zum Jahreswechsel, schließlich gelten Fische als Glücksbringer.
Natur- und Artenschutz zählen zu den Hauptaufgaben eines wissenschaftlich geführten Zoos. Immer mehr Tierarten stehen als „gefährdet“ auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN. Deshalb unterstützt der Tiergarten die Artenschutzinitiative „Reverse the Red“, eine gemeinsame Initiative von IUCN und WAZA, dem Weltzooverband. „Unser Ziel ist es, die Rote Liste umzukehren und somit das Artensterben einzudämmen“, erklärt Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. „In der Natur ausgerottete Tierarten wie beispielsweise auch der El-Potosi-Wüstenkärpfling (Cyprinodon alvarezi) werden nachgezüchtet, damit sie nicht unwiederbringlich von unserer Erde verschwinden. So kann man Informationen über ihre Lebensweise sammeln und sie im Idealfall wiederansiedeln.“ Im Rahmen einer Backstage-Tour bekommt man einen Einblick in diese wertvolle Arbeit und kann auch die schuppigen Neujahrsbabys besuchen.


Nachwuchs bei den Totenkopfaffen

Im Affenhaus ist was los! Innerhalb von nur wenigen Wochen haben bei den Totenkopfaffen gleich mehrere entzückende Jungtiere das Licht der Welt erblickt. Noch krallen sich die Kleinen im dichten Fell ihrer Mütter fest und lassen sich auf ihren Rücken durch die Anlage tragen. Zwischendurch klettern sie auf den Bauch der Mutter, um gesäugt zu werden. Nach etwa vier bis fünf Monaten werden die Äffchen dann alleine auf Entdeckungstour gehen und auch selbstständig fressen. „Vor etwa einem Jahr sind eine neue aufgeweckte Affengruppe mit mehreren Weibchen aus England sowie ein Männchen aus Tschechien bei uns eingezogen. Daher freuen wir uns jetzt ganz besonders über den Nachwuchs. Unser Affenhaus ist zu einer richtigen Krabbelstube geworden.“, erzählt Tierpflegerin Melanie Tötzl.
Die im südamerikanischen Regenwald heimischen Totenkopfaffen klettern am liebsten in luftigen Höhen und springen flink von Ast zu Ast. „Sie sind ausgesprochen geschickte Kletterer. Ihr langer Schwanz hilft ihnen dabei, die Balance zu halten“, erklärt Zoodirektor Stephan Hering-Hagenbeck. „Im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht besitzen die neugierigen Affen übrigens das größte Gehirn aller Primaten. In der Wildbahn leben sie in großen Familienverbänden zusammen, wo die weiblichen Tiere das Sagen haben.“ Ihren unheimlichen Namen verdanken die Affen ihrer totenkopfähnlichen Gesichtszeichnung, die bereits bei den Jungtieren gut zu erkennen ist. Die neue Tiergruppe kam Ende 2020 im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) in den Tiergarten Schönbrunn.


So viel wurde im Tiergarten 2021 gefuttert

280 Tonnen Heu, 25 Tonnen Fleisch: Das sind nur zwei Beispiele für die beachtlichen Futtermengen, die die Bewohner im Tiergarten Schönbrunn heuer verdrückt haben. „Unsere Futterpalette ist so vielfältig wie unser Tierbestand. Sie reicht von Fleisch für die Luchse über Eukalyptus für die Koalas bis hin zu Blättern für die Bärenstummelaffen. Unsere Futterkosten betragen rund 80.000 Euro monatlich“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. 30 Tonnen Fisch verspeisten in erster Linie die Pinguine, Robben und Pelikane: nachhaltig gefischte und zertifizierte Meeresfische aus der Nordsee und regionale Süßwasserfische aus einem Teich in Laxenburg. Bei Insekten läuft Erdmännchen, Zwergseidenaffen und Co. das Wasser im Mund zusammen. 3.200 Liter Heimchen, Mehlwürmer und Große Schwarzkäferlarven aus der hauseigenen Insektenzucht verfütterte der Tiergarten heuer.
Einen großen Posten auf der Futterliste machen mit 50 Tonnen Obst und Gemüse aus. Regionale, saisonal verfügbare Sorten werden bevorzugt. Dazu kommen 95 Tonnen Karotten aus dem Marchfeld, die viele gern fressen: vom Bison bis zum Elefanten. 28 Tonnen Äpfel werden zusätzlich von einem Apfelbauern aus der Steiermark geliefert. Futtermeister Michael Kober: „Das viele Obst fressen in erster Linie unsere Vogelarten. Bei den meisten Säugetieren ist Obst aufgrund des hohen Zuckergehalts nur ein Leckerbissen.“ Futterspezialisten sind die Großen Pandas mit 27 Tonnen Bambus pro Jahr und die Bärenstummelaffen, die das ganze Jahr über Blätter brauchen. Dazu werden Blätter für den Winter tiefgefroren. Manches am Futterplan mag überraschen: So wird für die Orang-Utans ein zuckerfreies Biskuit gebacken. Die Elefanten, die riesige Mengen an Heu vertilgen, schätzen auch Zwiebel – wegen der ätherischen Öle.


Weihnachtsstimmung bei den Berberaffen

Schokoschirmchen und Windgebäck? Von wegen! Wenn die Berberaffen im Tiergarten Schönbrunn mit einem Weihnachtsbaum überrascht werden, sind Paprikaringerl und Nusspackerl gefragt. Der Baumschmuck der etwas anderen Art war eine kleine vorweihnachtliche Überraschung der Tierpflegerinnen und -pfleger. „Die Berberaffen haben sich sofort auf die Paprika gestürzt und die als Geschenke verpackten Nüsse vom Baum geholt – eine willkommene Abwechslung für unsere Tiere. Die leer geräumte Tanne war dann für die Mähnenspringer ein Leckerbissen“, erzählt Tierpfleger Marko Ascher. Zuerst wurden die jungen Triebe gefressen, schlussendlich blieb beinahe nichts vom Baum übrig.
Berberaffen bilden mit den Mähnenspringern bereits seit über 25 Jahren eine Wohngemeinschaft im Tiergarten Schönbrunn. Seit September 2021 leben sie gemeinsam in ihrer neuen, deutlich größeren Anlage, die dem nordafrikanischen Atlasgebirge nachempfunden ist. „Die Tiere haben sich bereits gut eingelebt. Die vielfältige Felsenlandschaft bietet ihnen viele Kletter- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Mittlerweile hat jedes Tier seinen persönlichen Lieblingsplatz in der Anlage gefunden“, berichtet Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Die Tore des Tiergarten Schönbrunn sind täglich von 9.00 bis 16.30 Uhr geöffnet – auch zu Weihnachten, Silvester und an Neujahr. Ein Tipp für Last-Minute Weihnachtsgeschenke: Unsere Shop-Produkte wie Gutscheine für Jahreskarten und Spezialführungen können während der Öffnungszeiten auch direkt an den Eingangskassen gekauft werden.


Carla und Rita leben nun im Giraffenpark

Die Giraffen Sofie, Fleur und Obi im Tiergarten Schönbrunn machten heute große Augen: Die Weibchen Carla und Rita sind in den Giraffenpark eingezogen. Die beiden Langhälse zählen zwar schon lange zum Schönbrunner Tierbestand, sind allerdings vor dem Umbau der Anlage mit dem Giraffenbullen Kimbar und dem Jungtier Lubango in ein Ausweichquartier ums Eck vom Tiergarten gezogen. Lubango ist 2016 im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) in den Zoo von Neapel übersiedelt. Kimbar, lange Zeit der älteste Giraffenbulle Europas, konnte nach Fertigstellung des neugestalteten Giraffenparks 2017 altersbedingt nicht mehr transportiert werden. Deshalb blieb er bis zu seinem Tod Mitte Mai, im hohen Alter von 28 Jahren, im Ausweichquartier – mit Rita und Carla an seiner Seite.
Heute Früh wurden Carla und Rita von einem Tiertransportprofi nacheinander in einem Spezialanhänger übersiedelt. Nun werden die beiden Giraffengruppen schrittweise aneinander gewöhnt. „In der Wildbahn leben Giraffen in größeren Verbänden, deren Zusammensetzung sich immer wieder ändert. Wir gehen daher davon aus, dass die Zusammenführung eine Bereicherung für alle darstellen wird“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Bei Giraffen gibt es mehrere Arten und Unterarten, wie umfassende Genom-Analysen zuletzt bestätigt haben. Sofie, Fleur und Obi sind Netzgiraffen. Bei Carla und Rita haben Analysen gezeigt, dass sich Unterarten im Laufe ihres Stammbaums vermischt haben. Deshalb sind sie nicht mehr im Zuchtprogramm integriert und werden verhütet.
Das Areal, wo jetzt die Giraffen untergebracht waren, darf vom Tiergarten weiterhin als dringend nötiges Ausweichquartier genutzt werden. Aktuell leben dort zwei Zebra-Stuten: Eine Stute konnte aufgrund von Spannungen nicht bei der Gruppe bleiben, die zweite ist zu ihrer Gesellschaft dabei. Bis die Giraffenherde im Tiergarten besucht werden kann, muss man sich noch etwas gedulden. Seit Montag ist der Tiergarten aufgrund des bundesweiten Lockdowns wieder geschlossen. Für den Wiener Zoo ist es die vierte coronabedingte Schließung innerhalb der vergangenen zwei Jahre. Dies stellt die Ges.m.b.H. vor finanzielle Herausforderungen. Die Kosten für Futter, Energie und Personal laufen weiter – die Einnahmen an den Kassen bleiben jedoch aus. Allein der kurze Transport der Giraffen kostet rund 2000 Euro.


Eisbären-Teenie Finja feiert mit Lachstorte

So schnell vergeht die Zeit: Das Schönbrunner Eisbären-Mädchen Finja wird heute zwei Jahre alt. Zum Ehrentag gab es eine riesige Überraschung und Finjas Mutter Nora feierte kräftig mit. „Unser Tierpfleger-Team hat für Finja eine überdimensionale Eistorte in Form einer Zwei gemacht. Da sie Lachs ganz besonders liebt, wurde dieses Lieblingsfutter in Wasser tiefgefroren. Rundherum wurden knackige Salatköpfe drapiert und eine Spur aus Lebertran gelegt“, erklärt Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Mit viel Mühe wurde es vorbereitet, zerstört war das tolle Eiskonstrukt allerdings in wenigen Minuten. „Nora hat die Eistorte mit ihren riesigen Pfoten umgeworfen. Finja hat sich jedoch gleich ein riesiges Stück geschnappt und auf der Plattform genüsslich verzehrt.“
Hering-Hagenbeck: „Finja hat sich mittlerweile zu einem stattlichen Teenager entwickelt. Sie wiegt bereits 185 Kilogramm. Kaum zu glauben, dass sie bei ihrer Geburt vor zwei Jahren nur rund 500 Gramm wog und so groß wie ein Meerschweinchen war.“ Auf den ersten Blick sehen Finja und Nora bereits annähernd gleich groß aus, doch ihre Mutter ist ihr gewichtsmäßig noch rund 70 Kilogramm voraus. Wie in der Wildbahn wird es auch für das Schönbrunner Eisbären-Mädchen nächstes Jahr Zeit, ein eigenes Revier zu beziehen. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP) wird vom Zuchtbuchführer zeitgerecht ein Platz in einem anderen Zoo gesucht. Bis dahin ist aber noch ausreichend Gelegenheit, Finja beim Planschen und Toben zu beobachten.


Kattas und Pandas feiern Halloween

Gruselige Kürbisgesichter, schmackhaft gefüllt: Bereits einige Tage vor Halloween hat der Tiergarten Schönbrunn die Kattas und Großen Pandas mit Kürbissen überrascht. Für die Kattas wurden die geschnitzten Plutzer mit geschnittenem Obst bestückt und sogar an einer Schnur aufgehängt. Das sorgte für besonders viel Abwechslung und lange Beschäftigung. „Kattas sind sehr aufgeweckt. Sie konnten es kaum abwarten, die Leckereien herauszuholen. Schließlich haben sie auch noch wild am Kürbis geschaukelt“, so Tierpfleger Nicolas Cabon. Einige Lemuren waren sogar besonders neugierig, haben ihren Kopf von unten in den Kürbis gesteckt und sich damit selbst im Nu in ein unheimliches Kürbis-Monster verwandelt.
Weitaus beschaulicher ging es beim Schönbrunner Panda-Weibchen zu. Yang Yang hat ihre Halloween-Überraschung in Panda-Manier ganz in Ruhe inspiziert und sich dann Stück für Stück die Leckereien aus dem orangefarbenen Herbstgemüse geholt. Tierpflegerin Renate Haider: „Im Kürbiskopf waren saftige Bambussprossen versteckt. Als essbare Haare haben wir Bambusblätter verwendet. Pandas fressen hauptsächlich Bambus. Gemüse wie Süßkartoffeln, Karotten oder Paprika schmeckt ihnen auch, aber Kürbis steht nicht auf ihrem Speiseplan.“ Die Pandabärin machte sich eifrig ans Werk, die Kürbisse zu zerlegen. Ein paarmal mit den großen Pfoten hin- und hergerollt, waren sie schnell Geschichte.


Nachwuchs im Zwergenformat

Der Tiergarten Schönbrunn freut sich über Nachwuchs bei den Südlichen Zwergmangusten: Drei Jungtiere sind Mitte September zur Welt gekommen und unternehmen jetzt die ersten Ausflüge aus ihrem Bau. „Die Jungtiere hat die Neugierde gepackt und sie erkunden die Anlage, buddeln im Sand und spielen miteinander. Entfernt sich eines der Kleinen zu weit, wird es von den erwachsenen Tieren im Maul zurück in den schützenden Bau getragen“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Auf den ersten Blick werden Zwergmangusten oft mit Erdmännchen verwechselt. Kein Wunder, beide Arten gehören zur Familie der Mangusten. Zwergmangusten zählen allerdings, wie der Name schon sagt, zu den kleinsten Mangustenarten. Selbst ausgewachsen wiegen sie nur rund 300 Gramm.
Südliche Zwergmangusten sind in den Savannen im östlichen und südlichen Afrika heimisch. Sie besiedeln gerne verlassene Termitenhügel, die ihnen nachts Schutz und tagsüber einen guten Ausblick über die Umgebung verschaffen. Insekten sind es auch, die bei den kleinen Jägern hauptsächlich auf dem Speiseplan stehen. Ihr Sozialsystem ist spannend. Hering-Hagenbeck: „Zwergmangusten leben gesellig in kleinen Gruppen und setzen im Zusammenleben auf Teamarbeit. Den Nachwuchs bekommt nur das ranghöchste Weibchen, aber bei der Aufzucht helfen alle mit.“ Die Jungtiere, deren Geschlecht noch nicht bekannt ist, werden in den ersten sieben Lebenswochen gesäugt. Sie probieren aber schon Heuschrecken, Mehlwürmer und Faschiertes.


Nachwuchs im Zwergenformat

Seine Verteidigungsstrategie ist außergewöhnlich: Bei Gefahr beißt sich der Panzergürtelschweif in den Schwanz und rollt sich zu einem Ring zusammen. Dadurch ist seine verletzliche Bauchseite geschützt. Im Tiergarten Schönbrunn haben die südafrikanischen Mini-Drachen nun Nachwuchs bekommen. „In Europa gibt es derzeit nur fünf Zoos, in denen Panzergürtelschweife leben. Dass die Nachzucht gelingt, ist etwas ganz Besonderes“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck stolz. „Seit 27. September gibt es zwei Jungtiere. Bei diesen Echsen entwickeln sich die Eier im Körper der Mutter, dort schlüpfen die Jungtiere und kommen lebend zur Welt.“ Die Kleinen sind backstage, sechs erwachsene Tiere sind jedoch im Wüstenhaus vor den Toren des Zoos zu bewundern. Untypisch für Reptilien leben sie in sozialen Verbänden.
Ihre stacheligen Schuppen und ihre Verteidigungsstrategie schützen Panzergürtelschweife zwar vor natürlichen Feinden wie Raubvögeln und Schakalen, aber nicht vor dem Menschen. So sind die erwachsenen Tiere 2016 einem Schmuggler vom Zoll am Flughafen Wien Schwechat abgenommen worden. Zur langfristigen Versorgung wurden die Tiere gemeinsam mit Giftschlangen, Schildkröten und Geckos in den Tiergarten Schönbrunn gebracht. Hering-Hagenbeck: „Die bis zu 20 Zentimeter großen Panzergürtelschweife bewohnen felsige Berghänge an der Westküste Südafrikas. Wie groß ihre Population in der Wildbahn noch ist, ist derzeit nicht bekannt. Die Weltnaturschutzorganisation IUCN geht jedoch davon aus, dass der illegale Handel eine enorme Bedrohung darstellt und sieht dringenden Handlungsbedarf.“


"Kuhler" Nachwuchs namens Seppl am Tirolerhof

Grau wie ein Panzernashorn und auch genauso selten: Im Tiergarten Schönbrunn gibt es „kuhlen“ Nachwuchs. Am 9. September hat am Tirolerhof ein Tiroler Grauvieh das Licht der Welt erblickt. „Das Tiroler Grauvieh ist eine alte österreichische Nutztierrasse. Deshalb musste ein typischer Name her. Der Vater heißt Sedinus und der Name des kleinen Stiers sollte traditionell mit demselben Buchstaben beginnen. Also haben wir ihn Seppl genannt“, so Revierleiter Gerold Vierbauch. Rund 50 Kilogramm wiegt Seppl derzeit. Ausgewachsen kann er bis zu einer Tonne auf die Waage bringen. Bis dahin muss er aber noch viel Heu fressen. Das wird derzeit nur geknabbert. „Bis zum Alter von sieben Monaten wird Seppl gesäugt. Lena ist eine tolle Mutterkuh und kümmert sich super um ihren ersten Nachwuchs.“
Am Tirolerhof bringt der Tiergarten seinen Besucherinnen und Besuchern alte Nutztierrassen näher. Seit 2018 lebt hier, nach einigen Jahren Pause, auch wieder das Tiroler Grauvieh. Die Rasse ist vom Aussterben bedroht. Sie bekannt zu machen, ist auch das Anliegen des Tiroler Grauviehzuchtverbands, der die Zucht koordiniert. Geschäftsführer Raphael Kuen: „Derzeit gibt es in Österreich nur 5.000 eingetragene Zuchtkühe. Das Grauvieh ist ein Stück Tiroler Kulturgut, das wir erhalten möchten.“ Es ist eine sogenannte Zweinutzungsrasse, die sowohl relativ viel Milch als auch gutes Fleisch liefert. Häufig lebt sie im Tiroler Oberland in kleinen Betrieben mit wenigen Tieren. Wie am Tirolerhof in Wien, wo Seppl am liebsten mit der zwei Wochen jüngeren Biene, ein Original Braunvieh, durch die Anlage flitzt.


Erdmännchen-Jungtier auf Erkundungstour

Zuzu hat es wieder getan: Die Chefin der Erdmännchen-Gruppe im Tiergarten Schönbrunn hat am 25. Juli zum dritten Mal Nachwuchs bekommen. Dieses Mal ist es nur ein Jungtier. Das ist ungewöhnlich, denn in der Regel umfasst ein Wurf zwei bis vier Jungtiere. Für das Kleine ist es aber durchaus von Vorteil. „Das Jungtier ist richtig rund. Es bekommt schließlich die ganze Milch. Außerdem genießt es als Einzelkind die volle Aufmerksamkeit von allen. Die ältere Schwester Chimara passt gerne auf das Kleine auf und hält auch als Spielgefährte her“, so Tierpflegerin Nadine Bräuer. Zur Welt gekommen ist das Jungtier in einer schützenden Erdhöhle – nur rund 30 Gramm schwer, blind und völlig hilflos. Mittlerweile ist es groß genug, um die siebenköpfige Gruppe auf ihren Streifzügen durch das Revier zu begleiten.
Erdmännchen leben in den Savannen und Halbwüsten im Süden Afrikas. Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck hat im Rahmen seiner Doktorarbeit in der Kalahari an afrikanischen Reptilien geforscht. Dabei hat er Erdmännchen als vorlaute Kerle kennengelernt. „Sie haben sich immer wieder in unser Zelt geschlichen, um Reptilien oder auch unsere eigenen Nahrungsmittel zu stibitzen“, erinnert sich Hering-Hagenbeck. Erdmännchen sind kleine Raubtiere. Das Jungtier, dessen Geschlecht noch nicht bekannt ist, wurde in den ersten Wochen gesäugt. Mittlerweile frisst es schon Insekten. Bekannt sind Erdmännchen dafür, dass sie aufrecht auf ihren Hinterbeinen stehen, um nach Greifvögeln und anderen Gefahren Ausschau zu halten. Sogar das Kleine kann das mit seinen vier Wochen schon wie ein Großer.


Nachwuchs bei Familie Faultier

Die Schönbrunner Faultiere sind wieder zu dritt. Am 3. Juni sind Alberta und Einstein Eltern geworden. Das Jungtier liegt im ersten halben Jahr etwas versteckt im weichen Bauchfell seiner Mutter. Mittlerweile ist es aber schon ordentlich gewachsen und gut zu sehen. „Die Nachricht vom Nachwuchs erfreut sicher die vielen Faultier-Fans. Das letzte Jungtier Pauline war aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen leider nie für unsere Besucherinnen und Besucher zu sehen. Inzwischen ist Pauline im Rahmen des Europäischen Zuchtbuchs in den Loro Parque übersiedelt und hängt dort gemütlich ab“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Ob der aktuelle Nachwuchs ein Weibchen oder ein Männchen ist, kann das Tierpfleger-Team erst sehen, wenn er nicht mehr so eng an seiner Mutter hängt.
Zweifingerfaultiere sind in Südamerika heimisch. Mit ihrer gemütlichen Lebensweise und einer Nase wie einer Steckdose zählen sie zu den Besucherlieblingen in Schönbrunn. Wer es nicht in den Zoo schafft, kann die Faultiere im neuen Familienplaner 2022 bewundern, der erstmals erschienen ist. Mit fünf Spalten für persönliche Einträge lässt sich das Familienleben tierisch gut organisieren. Bei Faultier-Vater Einstein würden in den Spalten nur drei Dinge stehen: fressen, dösen und herumhängen. Albertas ungestörtes Faultier-Dasein ist hingegen vorerst Geschichte. Revierleiterin Petra Stefan: „Alberta kümmert sich fürsorglich um ihr elftes Junges. Ein halbes Jahr lang wird es gesäugt. Auf ihrem Bauch lässt es sich aber auch zur Futterschüssel tragen und nascht Gemüse wie Sellerie und Salat mit.“


Zootiere feiern Welttag der Wassermelone

Es gibt zahlreiche kuriose Feiertage. Der heutige Welttag der Wassermelone zählt auf jeden Fall dazu. Da einige Zoobewohner das erfrischende Sommerobst aber sehr schätzen, wird dieser Tag im Tiergarten Schönbrunn gebührend gefeiert. Die Wasserschweine Lucy und Leopold bekommen von ihren Tierpflegern Wassermelonen am Spieß serviert. „Wasserschweine fressen hauptsächlich Heu und Gras. Auch Gemüse und Pellets stehen auf ihrem Speiseplan. Obst ist ein seltener Leckerbissen – wie für uns Schokolade. Die Melonen sind im Nu verputzt. Kein Wunder, sie sind sehr süß und erfrischend“, so Revierleiter Alexander Keller. Die Melonenreste dürfen sich einige ihrer WG-Mitbewohner im Südamerikapark, die Flachlandtapire und Nandus, schmecken lassen.
Dass Wassermelonen nicht nur gut schmecken, sondern auch ein tolles Spielzeug sind, zeigen die Eisbären vor. Kaum wirft Tierpflegerin Alessa Esau zwei Melonen ins Wasserbecken, kann die Spielstunde von Eisbären-Mädchen Finja und Mutter Nora beginnen. „Finja ist immer noch so eine Wasserratte wie sie es schon von klein auf war. Und Nora sowieso. Mit den Melonen können sie wie mit Bällen spielen und sie danach vernaschen“, so Esau. Wie alle Bären sind Eisbären Allesfresser, der Anteil an Fleisch ist bei ihnen aber am größten. Ihr Futter besteht aus Fleisch, Fisch, Gemüse und Früchten. Finja wiegt mittlerweile fast 200 Kilogramm, also nur noch rund 30 Kilogramm weniger als ihre Mutter. Die beiden sind beinahe gleich groß und messen gerne spielerisch ihre Kräfte.


Du bist hier: