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Neues von den Tieren in Schönbrunn!
Im Tiergarten Schönbrunn ist immer was los. Wir zeigen dir die coolsten Neuigkeiten!


© Fotos: Tiergarten Schönbrunn/Daniel Zupanc

Nadeliges Neujahrsgeschenk für Schönbrunner Elefanten

Ein Geschenk zur Frühstückszeit gab es heute für die Afrikanischen Elefanten im Tiergarten Schönbrunn: Christbaumzweige für die ganze Herde. Die Tanne aus dem Bundesforste-Forstbetrieb Steyrtal in Oberösterreich, die zuvor den Kultur- und Weihnachtsmarkt Schönbrunn zierte, wurde heute gefällt und an die fünfköpfige Elefantenherde übergeben. Diese hatte sichtlich Spaß mit der bereits traditionellen winterlichen Überraschung.

Elefantenkuh Numbi wagte sich als erste mutig an die duftende Tanne heran. Mit einem kleinen Ast flitzte sie zu Elefantenkuh Tonga und ihren Töchtern Mongu und Iqhwa zurück. Elefantenbulle Tembo stürzte sich dann kurz darauf in das holzige Abenteuer. Gemeinsam knabberten und zupften sie alle neugierig an Nadeln und Ästen und zogen das stachelige Gehölz durch die Anlage. „Der unbehandelte Baum dient den Elefanten vor allem als kreative Beschäftigung. Sie schaben die Rinde herunter und nutzen ihn beispielsweise auch als Kratzbaum. Eine willkommene Abwechslung für unsere Elefantenherde“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.
Für die planmäßige Übergabe des Christbaums sorgten Experten des Forstamtes der Stadt Wien. Bereits um 8 Uhr fällten sie die 18 Meter hohe und 150 Jahre alte Tanne am Ehrenhof vor dem Schloss Schönbrunn. In Stücke geteilt wurde das Nadelholz anschließend per LKW in den benachbarten Tiergarten transportiert.

Weihnachtsmarkt-Veranstalterin Gabriela Schmidle (MTS Wien) freut sich den Jahresbeginn mit dieser Tradition begehen zu können: „Die Übergabe des Christbaums an die Elefanten ist für mich zu einem liebgewonnenen Neujahrsbrauch geworden. Einen schöneren Abschluss könnte ich mir für den Kultur- und Weihnachtsmarkt Schloß Schönbrunn nicht vorstellen.“ Auch ÖBf-Vorstand Rudolf Freidhager zeigt sich über die nachhaltige Nutzung der zur Verfügung gestellten Tanne erfreut: „Der Weihnachtsbaum ist damit Augenweide und Gaumenschmaus in einem“. Seit 2008 recycelt Weihnachtsmarkt-Veranstalter MTS Wien den Christbaum auf diese Weise und verhilft damit den Elefanten im Tiergarten Schönbrunn zu einem verspäteten Weihnachtsgeschenk.


30 Neujahrsbabys auf einen Streich

Dieses Jahr darf sich der Tiergarten Schönbrunn nicht nur über eines, sondern gleich über 30 winzige Neujahrsbabys freuen: Es gibt Nachwuchs bei den La-Palma-Wüstenkärpflingen (Cyprinodon longidorsalis). Dieser blau schimmernde Fisch stammt ursprünglich aus einer Süßwasserquelle in Mexiko. Er gilt, genauso wie einige verwandte Arten, in der Natur als ausgerottet. „Im Tiergarten Schönbrunn züchten wir die maximal fünf Zentimeter großen Wüstenkärpflinge seit mittlerweile über zehn Jahren regelmäßig erfolgreich nach. Jetzt sind im Backstagebereich des Aquarien-Terrarienhauses erneut über 30 kleine Kärpflinge aus den Eiern geschlüpft – unsere Neujahrsbabys“, berichtet der zoologische Revierleiter Roland Halbauer. Eine besondere Freude zum Jahreswechsel, schließlich gelten Fische als Glücksbringer.
Natur- und Artenschutz zählen zu den Hauptaufgaben eines wissenschaftlich geführten Zoos. Immer mehr Tierarten stehen als „gefährdet“ auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN. Deshalb unterstützt der Tiergarten die Artenschutzinitiative „Reverse the Red“, eine gemeinsame Initiative von IUCN und WAZA, dem Weltzooverband. „Unser Ziel ist es, die Rote Liste umzukehren und somit das Artensterben einzudämmen“, erklärt Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. „In der Natur ausgerottete Tierarten wie beispielsweise auch der El-Potosi-Wüstenkärpfling (Cyprinodon alvarezi) werden nachgezüchtet, damit sie nicht unwiederbringlich von unserer Erde verschwinden. So kann man Informationen über ihre Lebensweise sammeln und sie im Idealfall wiederansiedeln.“ Im Rahmen einer Backstage-Tour bekommt man einen Einblick in diese wertvolle Arbeit und kann auch die schuppigen Neujahrsbabys besuchen.


Nachwuchs bei den Totenkopfaffen

Im Affenhaus ist was los! Innerhalb von nur wenigen Wochen haben bei den Totenkopfaffen gleich mehrere entzückende Jungtiere das Licht der Welt erblickt. Noch krallen sich die Kleinen im dichten Fell ihrer Mütter fest und lassen sich auf ihren Rücken durch die Anlage tragen. Zwischendurch klettern sie auf den Bauch der Mutter, um gesäugt zu werden. Nach etwa vier bis fünf Monaten werden die Äffchen dann alleine auf Entdeckungstour gehen und auch selbstständig fressen. „Vor etwa einem Jahr sind eine neue aufgeweckte Affengruppe mit mehreren Weibchen aus England sowie ein Männchen aus Tschechien bei uns eingezogen. Daher freuen wir uns jetzt ganz besonders über den Nachwuchs. Unser Affenhaus ist zu einer richtigen Krabbelstube geworden.“, erzählt Tierpflegerin Melanie Tötzl.
Die im südamerikanischen Regenwald heimischen Totenkopfaffen klettern am liebsten in luftigen Höhen und springen flink von Ast zu Ast. „Sie sind ausgesprochen geschickte Kletterer. Ihr langer Schwanz hilft ihnen dabei, die Balance zu halten“, erklärt Zoodirektor Stephan Hering-Hagenbeck. „Im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht besitzen die neugierigen Affen übrigens das größte Gehirn aller Primaten. In der Wildbahn leben sie in großen Familienverbänden zusammen, wo die weiblichen Tiere das Sagen haben.“ Ihren unheimlichen Namen verdanken die Affen ihrer totenkopfähnlichen Gesichtszeichnung, die bereits bei den Jungtieren gut zu erkennen ist. Die neue Tiergruppe kam Ende 2020 im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) in den Tiergarten Schönbrunn.


So viel wurde im Tiergarten 2021 gefuttert

280 Tonnen Heu, 25 Tonnen Fleisch: Das sind nur zwei Beispiele für die beachtlichen Futtermengen, die die Bewohner im Tiergarten Schönbrunn heuer verdrückt haben. „Unsere Futterpalette ist so vielfältig wie unser Tierbestand. Sie reicht von Fleisch für die Luchse über Eukalyptus für die Koalas bis hin zu Blättern für die Bärenstummelaffen. Unsere Futterkosten betragen rund 80.000 Euro monatlich“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. 30 Tonnen Fisch verspeisten in erster Linie die Pinguine, Robben und Pelikane: nachhaltig gefischte und zertifizierte Meeresfische aus der Nordsee und regionale Süßwasserfische aus einem Teich in Laxenburg. Bei Insekten läuft Erdmännchen, Zwergseidenaffen und Co. das Wasser im Mund zusammen. 3.200 Liter Heimchen, Mehlwürmer und Große Schwarzkäferlarven aus der hauseigenen Insektenzucht verfütterte der Tiergarten heuer.
Einen großen Posten auf der Futterliste machen mit 50 Tonnen Obst und Gemüse aus. Regionale, saisonal verfügbare Sorten werden bevorzugt. Dazu kommen 95 Tonnen Karotten aus dem Marchfeld, die viele gern fressen: vom Bison bis zum Elefanten. 28 Tonnen Äpfel werden zusätzlich von einem Apfelbauern aus der Steiermark geliefert. Futtermeister Michael Kober: „Das viele Obst fressen in erster Linie unsere Vogelarten. Bei den meisten Säugetieren ist Obst aufgrund des hohen Zuckergehalts nur ein Leckerbissen.“ Futterspezialisten sind die Großen Pandas mit 27 Tonnen Bambus pro Jahr und die Bärenstummelaffen, die das ganze Jahr über Blätter brauchen. Dazu werden Blätter für den Winter tiefgefroren. Manches am Futterplan mag überraschen: So wird für die Orang-Utans ein zuckerfreies Biskuit gebacken. Die Elefanten, die riesige Mengen an Heu vertilgen, schätzen auch Zwiebel – wegen der ätherischen Öle.


Weihnachtsstimmung bei den Berberaffen

Schokoschirmchen und Windgebäck? Von wegen! Wenn die Berberaffen im Tiergarten Schönbrunn mit einem Weihnachtsbaum überrascht werden, sind Paprikaringerl und Nusspackerl gefragt. Der Baumschmuck der etwas anderen Art war eine kleine vorweihnachtliche Überraschung der Tierpflegerinnen und -pfleger. „Die Berberaffen haben sich sofort auf die Paprika gestürzt und die als Geschenke verpackten Nüsse vom Baum geholt – eine willkommene Abwechslung für unsere Tiere. Die leer geräumte Tanne war dann für die Mähnenspringer ein Leckerbissen“, erzählt Tierpfleger Marko Ascher. Zuerst wurden die jungen Triebe gefressen, schlussendlich blieb beinahe nichts vom Baum übrig.
Berberaffen bilden mit den Mähnenspringern bereits seit über 25 Jahren eine Wohngemeinschaft im Tiergarten Schönbrunn. Seit September 2021 leben sie gemeinsam in ihrer neuen, deutlich größeren Anlage, die dem nordafrikanischen Atlasgebirge nachempfunden ist. „Die Tiere haben sich bereits gut eingelebt. Die vielfältige Felsenlandschaft bietet ihnen viele Kletter- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Mittlerweile hat jedes Tier seinen persönlichen Lieblingsplatz in der Anlage gefunden“, berichtet Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Die Tore des Tiergarten Schönbrunn sind täglich von 9.00 bis 16.30 Uhr geöffnet – auch zu Weihnachten, Silvester und an Neujahr. Ein Tipp für Last-Minute Weihnachtsgeschenke: Unsere Shop-Produkte wie Gutscheine für Jahreskarten und Spezialführungen können während der Öffnungszeiten auch direkt an den Eingangskassen gekauft werden.


Carla und Rita leben nun im Giraffenpark

Die Giraffen Sofie, Fleur und Obi im Tiergarten Schönbrunn machten heute große Augen: Die Weibchen Carla und Rita sind in den Giraffenpark eingezogen. Die beiden Langhälse zählen zwar schon lange zum Schönbrunner Tierbestand, sind allerdings vor dem Umbau der Anlage mit dem Giraffenbullen Kimbar und dem Jungtier Lubango in ein Ausweichquartier ums Eck vom Tiergarten gezogen. Lubango ist 2016 im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) in den Zoo von Neapel übersiedelt. Kimbar, lange Zeit der älteste Giraffenbulle Europas, konnte nach Fertigstellung des neugestalteten Giraffenparks 2017 altersbedingt nicht mehr transportiert werden. Deshalb blieb er bis zu seinem Tod Mitte Mai, im hohen Alter von 28 Jahren, im Ausweichquartier – mit Rita und Carla an seiner Seite.
Heute Früh wurden Carla und Rita von einem Tiertransportprofi nacheinander in einem Spezialanhänger übersiedelt. Nun werden die beiden Giraffengruppen schrittweise aneinander gewöhnt. „In der Wildbahn leben Giraffen in größeren Verbänden, deren Zusammensetzung sich immer wieder ändert. Wir gehen daher davon aus, dass die Zusammenführung eine Bereicherung für alle darstellen wird“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Bei Giraffen gibt es mehrere Arten und Unterarten, wie umfassende Genom-Analysen zuletzt bestätigt haben. Sofie, Fleur und Obi sind Netzgiraffen. Bei Carla und Rita haben Analysen gezeigt, dass sich Unterarten im Laufe ihres Stammbaums vermischt haben. Deshalb sind sie nicht mehr im Zuchtprogramm integriert und werden verhütet.
Das Areal, wo jetzt die Giraffen untergebracht waren, darf vom Tiergarten weiterhin als dringend nötiges Ausweichquartier genutzt werden. Aktuell leben dort zwei Zebra-Stuten: Eine Stute konnte aufgrund von Spannungen nicht bei der Gruppe bleiben, die zweite ist zu ihrer Gesellschaft dabei. Bis die Giraffenherde im Tiergarten besucht werden kann, muss man sich noch etwas gedulden. Seit Montag ist der Tiergarten aufgrund des bundesweiten Lockdowns wieder geschlossen. Für den Wiener Zoo ist es die vierte coronabedingte Schließung innerhalb der vergangenen zwei Jahre. Dies stellt die Ges.m.b.H. vor finanzielle Herausforderungen. Die Kosten für Futter, Energie und Personal laufen weiter – die Einnahmen an den Kassen bleiben jedoch aus. Allein der kurze Transport der Giraffen kostet rund 2000 Euro.


Eisbären-Teenie Finja feiert mit Lachstorte

So schnell vergeht die Zeit: Das Schönbrunner Eisbären-Mädchen Finja wird heute zwei Jahre alt. Zum Ehrentag gab es eine riesige Überraschung und Finjas Mutter Nora feierte kräftig mit. „Unser Tierpfleger-Team hat für Finja eine überdimensionale Eistorte in Form einer Zwei gemacht. Da sie Lachs ganz besonders liebt, wurde dieses Lieblingsfutter in Wasser tiefgefroren. Rundherum wurden knackige Salatköpfe drapiert und eine Spur aus Lebertran gelegt“, erklärt Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Mit viel Mühe wurde es vorbereitet, zerstört war das tolle Eiskonstrukt allerdings in wenigen Minuten. „Nora hat die Eistorte mit ihren riesigen Pfoten umgeworfen. Finja hat sich jedoch gleich ein riesiges Stück geschnappt und auf der Plattform genüsslich verzehrt.“
Hering-Hagenbeck: „Finja hat sich mittlerweile zu einem stattlichen Teenager entwickelt. Sie wiegt bereits 185 Kilogramm. Kaum zu glauben, dass sie bei ihrer Geburt vor zwei Jahren nur rund 500 Gramm wog und so groß wie ein Meerschweinchen war.“ Auf den ersten Blick sehen Finja und Nora bereits annähernd gleich groß aus, doch ihre Mutter ist ihr gewichtsmäßig noch rund 70 Kilogramm voraus. Wie in der Wildbahn wird es auch für das Schönbrunner Eisbären-Mädchen nächstes Jahr Zeit, ein eigenes Revier zu beziehen. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP) wird vom Zuchtbuchführer zeitgerecht ein Platz in einem anderen Zoo gesucht. Bis dahin ist aber noch ausreichend Gelegenheit, Finja beim Planschen und Toben zu beobachten.


Kattas und Pandas feiern Halloween

Gruselige Kürbisgesichter, schmackhaft gefüllt: Bereits einige Tage vor Halloween hat der Tiergarten Schönbrunn die Kattas und Großen Pandas mit Kürbissen überrascht. Für die Kattas wurden die geschnitzten Plutzer mit geschnittenem Obst bestückt und sogar an einer Schnur aufgehängt. Das sorgte für besonders viel Abwechslung und lange Beschäftigung. „Kattas sind sehr aufgeweckt. Sie konnten es kaum abwarten, die Leckereien herauszuholen. Schließlich haben sie auch noch wild am Kürbis geschaukelt“, so Tierpfleger Nicolas Cabon. Einige Lemuren waren sogar besonders neugierig, haben ihren Kopf von unten in den Kürbis gesteckt und sich damit selbst im Nu in ein unheimliches Kürbis-Monster verwandelt.
Weitaus beschaulicher ging es beim Schönbrunner Panda-Weibchen zu. Yang Yang hat ihre Halloween-Überraschung in Panda-Manier ganz in Ruhe inspiziert und sich dann Stück für Stück die Leckereien aus dem orangefarbenen Herbstgemüse geholt. Tierpflegerin Renate Haider: „Im Kürbiskopf waren saftige Bambussprossen versteckt. Als essbare Haare haben wir Bambusblätter verwendet. Pandas fressen hauptsächlich Bambus. Gemüse wie Süßkartoffeln, Karotten oder Paprika schmeckt ihnen auch, aber Kürbis steht nicht auf ihrem Speiseplan.“ Die Pandabärin machte sich eifrig ans Werk, die Kürbisse zu zerlegen. Ein paarmal mit den großen Pfoten hin- und hergerollt, waren sie schnell Geschichte.


Nachwuchs im Zwergenformat

Der Tiergarten Schönbrunn freut sich über Nachwuchs bei den Südlichen Zwergmangusten: Drei Jungtiere sind Mitte September zur Welt gekommen und unternehmen jetzt die ersten Ausflüge aus ihrem Bau. „Die Jungtiere hat die Neugierde gepackt und sie erkunden die Anlage, buddeln im Sand und spielen miteinander. Entfernt sich eines der Kleinen zu weit, wird es von den erwachsenen Tieren im Maul zurück in den schützenden Bau getragen“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Auf den ersten Blick werden Zwergmangusten oft mit Erdmännchen verwechselt. Kein Wunder, beide Arten gehören zur Familie der Mangusten. Zwergmangusten zählen allerdings, wie der Name schon sagt, zu den kleinsten Mangustenarten. Selbst ausgewachsen wiegen sie nur rund 300 Gramm.
Südliche Zwergmangusten sind in den Savannen im östlichen und südlichen Afrika heimisch. Sie besiedeln gerne verlassene Termitenhügel, die ihnen nachts Schutz und tagsüber einen guten Ausblick über die Umgebung verschaffen. Insekten sind es auch, die bei den kleinen Jägern hauptsächlich auf dem Speiseplan stehen. Ihr Sozialsystem ist spannend. Hering-Hagenbeck: „Zwergmangusten leben gesellig in kleinen Gruppen und setzen im Zusammenleben auf Teamarbeit. Den Nachwuchs bekommt nur das ranghöchste Weibchen, aber bei der Aufzucht helfen alle mit.“ Die Jungtiere, deren Geschlecht noch nicht bekannt ist, werden in den ersten sieben Lebenswochen gesäugt. Sie probieren aber schon Heuschrecken, Mehlwürmer und Faschiertes.


Nachwuchs im Zwergenformat

Seine Verteidigungsstrategie ist außergewöhnlich: Bei Gefahr beißt sich der Panzergürtelschweif in den Schwanz und rollt sich zu einem Ring zusammen. Dadurch ist seine verletzliche Bauchseite geschützt. Im Tiergarten Schönbrunn haben die südafrikanischen Mini-Drachen nun Nachwuchs bekommen. „In Europa gibt es derzeit nur fünf Zoos, in denen Panzergürtelschweife leben. Dass die Nachzucht gelingt, ist etwas ganz Besonderes“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck stolz. „Seit 27. September gibt es zwei Jungtiere. Bei diesen Echsen entwickeln sich die Eier im Körper der Mutter, dort schlüpfen die Jungtiere und kommen lebend zur Welt.“ Die Kleinen sind backstage, sechs erwachsene Tiere sind jedoch im Wüstenhaus vor den Toren des Zoos zu bewundern. Untypisch für Reptilien leben sie in sozialen Verbänden.
Ihre stacheligen Schuppen und ihre Verteidigungsstrategie schützen Panzergürtelschweife zwar vor natürlichen Feinden wie Raubvögeln und Schakalen, aber nicht vor dem Menschen. So sind die erwachsenen Tiere 2016 einem Schmuggler vom Zoll am Flughafen Wien Schwechat abgenommen worden. Zur langfristigen Versorgung wurden die Tiere gemeinsam mit Giftschlangen, Schildkröten und Geckos in den Tiergarten Schönbrunn gebracht. Hering-Hagenbeck: „Die bis zu 20 Zentimeter großen Panzergürtelschweife bewohnen felsige Berghänge an der Westküste Südafrikas. Wie groß ihre Population in der Wildbahn noch ist, ist derzeit nicht bekannt. Die Weltnaturschutzorganisation IUCN geht jedoch davon aus, dass der illegale Handel eine enorme Bedrohung darstellt und sieht dringenden Handlungsbedarf.“


"Kuhler" Nachwuchs namens Seppl am Tirolerhof

Grau wie ein Panzernashorn und auch genauso selten: Im Tiergarten Schönbrunn gibt es „kuhlen“ Nachwuchs. Am 9. September hat am Tirolerhof ein Tiroler Grauvieh das Licht der Welt erblickt. „Das Tiroler Grauvieh ist eine alte österreichische Nutztierrasse. Deshalb musste ein typischer Name her. Der Vater heißt Sedinus und der Name des kleinen Stiers sollte traditionell mit demselben Buchstaben beginnen. Also haben wir ihn Seppl genannt“, so Revierleiter Gerold Vierbauch. Rund 50 Kilogramm wiegt Seppl derzeit. Ausgewachsen kann er bis zu einer Tonne auf die Waage bringen. Bis dahin muss er aber noch viel Heu fressen. Das wird derzeit nur geknabbert. „Bis zum Alter von sieben Monaten wird Seppl gesäugt. Lena ist eine tolle Mutterkuh und kümmert sich super um ihren ersten Nachwuchs.“
Am Tirolerhof bringt der Tiergarten seinen Besucherinnen und Besuchern alte Nutztierrassen näher. Seit 2018 lebt hier, nach einigen Jahren Pause, auch wieder das Tiroler Grauvieh. Die Rasse ist vom Aussterben bedroht. Sie bekannt zu machen, ist auch das Anliegen des Tiroler Grauviehzuchtverbands, der die Zucht koordiniert. Geschäftsführer Raphael Kuen: „Derzeit gibt es in Österreich nur 5.000 eingetragene Zuchtkühe. Das Grauvieh ist ein Stück Tiroler Kulturgut, das wir erhalten möchten.“ Es ist eine sogenannte Zweinutzungsrasse, die sowohl relativ viel Milch als auch gutes Fleisch liefert. Häufig lebt sie im Tiroler Oberland in kleinen Betrieben mit wenigen Tieren. Wie am Tirolerhof in Wien, wo Seppl am liebsten mit der zwei Wochen jüngeren Biene, ein Original Braunvieh, durch die Anlage flitzt.


Erdmännchen-Jungtier auf Erkundungstour

Zuzu hat es wieder getan: Die Chefin der Erdmännchen-Gruppe im Tiergarten Schönbrunn hat am 25. Juli zum dritten Mal Nachwuchs bekommen. Dieses Mal ist es nur ein Jungtier. Das ist ungewöhnlich, denn in der Regel umfasst ein Wurf zwei bis vier Jungtiere. Für das Kleine ist es aber durchaus von Vorteil. „Das Jungtier ist richtig rund. Es bekommt schließlich die ganze Milch. Außerdem genießt es als Einzelkind die volle Aufmerksamkeit von allen. Die ältere Schwester Chimara passt gerne auf das Kleine auf und hält auch als Spielgefährte her“, so Tierpflegerin Nadine Bräuer. Zur Welt gekommen ist das Jungtier in einer schützenden Erdhöhle – nur rund 30 Gramm schwer, blind und völlig hilflos. Mittlerweile ist es groß genug, um die siebenköpfige Gruppe auf ihren Streifzügen durch das Revier zu begleiten.
Erdmännchen leben in den Savannen und Halbwüsten im Süden Afrikas. Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck hat im Rahmen seiner Doktorarbeit in der Kalahari an afrikanischen Reptilien geforscht. Dabei hat er Erdmännchen als vorlaute Kerle kennengelernt. „Sie haben sich immer wieder in unser Zelt geschlichen, um Reptilien oder auch unsere eigenen Nahrungsmittel zu stibitzen“, erinnert sich Hering-Hagenbeck. Erdmännchen sind kleine Raubtiere. Das Jungtier, dessen Geschlecht noch nicht bekannt ist, wurde in den ersten Wochen gesäugt. Mittlerweile frisst es schon Insekten. Bekannt sind Erdmännchen dafür, dass sie aufrecht auf ihren Hinterbeinen stehen, um nach Greifvögeln und anderen Gefahren Ausschau zu halten. Sogar das Kleine kann das mit seinen vier Wochen schon wie ein Großer.


Nachwuchs bei Familie Faultier

Die Schönbrunner Faultiere sind wieder zu dritt. Am 3. Juni sind Alberta und Einstein Eltern geworden. Das Jungtier liegt im ersten halben Jahr etwas versteckt im weichen Bauchfell seiner Mutter. Mittlerweile ist es aber schon ordentlich gewachsen und gut zu sehen. „Die Nachricht vom Nachwuchs erfreut sicher die vielen Faultier-Fans. Das letzte Jungtier Pauline war aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen leider nie für unsere Besucherinnen und Besucher zu sehen. Inzwischen ist Pauline im Rahmen des Europäischen Zuchtbuchs in den Loro Parque übersiedelt und hängt dort gemütlich ab“, so Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck. Ob der aktuelle Nachwuchs ein Weibchen oder ein Männchen ist, kann das Tierpfleger-Team erst sehen, wenn er nicht mehr so eng an seiner Mutter hängt.
Zweifingerfaultiere sind in Südamerika heimisch. Mit ihrer gemütlichen Lebensweise und einer Nase wie einer Steckdose zählen sie zu den Besucherlieblingen in Schönbrunn. Wer es nicht in den Zoo schafft, kann die Faultiere im neuen Familienplaner 2022 bewundern, der erstmals erschienen ist. Mit fünf Spalten für persönliche Einträge lässt sich das Familienleben tierisch gut organisieren. Bei Faultier-Vater Einstein würden in den Spalten nur drei Dinge stehen: fressen, dösen und herumhängen. Albertas ungestörtes Faultier-Dasein ist hingegen vorerst Geschichte. Revierleiterin Petra Stefan: „Alberta kümmert sich fürsorglich um ihr elftes Junges. Ein halbes Jahr lang wird es gesäugt. Auf ihrem Bauch lässt es sich aber auch zur Futterschüssel tragen und nascht Gemüse wie Sellerie und Salat mit.“


Zootiere feiern Welttag der Wassermelone

Es gibt zahlreiche kuriose Feiertage. Der heutige Welttag der Wassermelone zählt auf jeden Fall dazu. Da einige Zoobewohner das erfrischende Sommerobst aber sehr schätzen, wird dieser Tag im Tiergarten Schönbrunn gebührend gefeiert. Die Wasserschweine Lucy und Leopold bekommen von ihren Tierpflegern Wassermelonen am Spieß serviert. „Wasserschweine fressen hauptsächlich Heu und Gras. Auch Gemüse und Pellets stehen auf ihrem Speiseplan. Obst ist ein seltener Leckerbissen – wie für uns Schokolade. Die Melonen sind im Nu verputzt. Kein Wunder, sie sind sehr süß und erfrischend“, so Revierleiter Alexander Keller. Die Melonenreste dürfen sich einige ihrer WG-Mitbewohner im Südamerikapark, die Flachlandtapire und Nandus, schmecken lassen.
Dass Wassermelonen nicht nur gut schmecken, sondern auch ein tolles Spielzeug sind, zeigen die Eisbären vor. Kaum wirft Tierpflegerin Alessa Esau zwei Melonen ins Wasserbecken, kann die Spielstunde von Eisbären-Mädchen Finja und Mutter Nora beginnen. „Finja ist immer noch so eine Wasserratte wie sie es schon von klein auf war. Und Nora sowieso. Mit den Melonen können sie wie mit Bällen spielen und sie danach vernaschen“, so Esau. Wie alle Bären sind Eisbären Allesfresser, der Anteil an Fleisch ist bei ihnen aber am größten. Ihr Futter besteht aus Fleisch, Fisch, Gemüse und Früchten. Finja wiegt mittlerweile fast 200 Kilogramm, also nur noch rund 30 Kilogramm weniger als ihre Mutter. Die beiden sind beinahe gleich groß und messen gerne spielerisch ihre Kräfte.


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